Ausdruck und Gebrauch

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Feature: 
Nein
Architektur Wohnen Umwelt
Dresden
erscheint: 
unregelmäßig

Die Zeitschrift "Ausdruck und Gebrauch" möchte das gesellschaftliche und kulturelle Feld, das sich zwischen Architektur, Wohnen und Umwelt so reich aufspannt, durch aktuelle und interessante Beiträge erkennbar machen und produktiv besetzen. Es ist dies der Bereich, in dem wir alle auf eine Weise leben, den wir aber noch besser verstehen wollen und an dessen gekonnter weiterer Gestaltung uns allen gelegen ist. Gerade das überraschende Kenntlich-machen dieses Feldes durch gegenseitiges Überblenden seiner Teile, wenn man zum Beispiel vom Ausdruck unserer städtischen Umwelt her nach ihrer Bedeutung im Lebensprozess oder vom Gebrauch her nach der architektonischen Qualität fragt, schafft neue Einblicke in unser Tun und Lassen und ebenso Ausblicke auf unsere Welt. In der Regel vernachlässigt die fachliche Diskussion um Architektur, Städtebau und Raumentwicklung die umweltliche Relevanz des Entworfenen, Geplanten und Gebauten. "Ausdruck und Gebrauch" macht den Bezug von Architektur, Wohnen und Umwelt aufeinander und seine Bedeutung für eine Praxis der Gestaltung wie des Umgangs zu ihren zentralen Themen. Nicht nur in architektonischen Magazinen, auch in der Ausbildung von Architekten und Planern bleibt der Ausdrucks- und Gebrauchsaspekt städtischer und landschaftlicher Räume oftmals unverstanden und unthematisiert.

"Ausdruck und Gebrauch" richtet sich an Menschen, die diese Gestaltung unserer kulturellen Umwelt auch beruflich etwas angeht: Architekten, Städteplaner, Raumplaner in privaten Büros und öffentlichen Ämtern. Sie sollten von ihren Aufgaben, Ideen und Absichten, auf diese Umwelt einzuwirken, berichten, damit die Fragen der Praxis zu Herausforderungen der Forschung werden können. Ebenso will "Ausdruck und Gebrauch" Wissenschaftler einladen, ihre Erkenntnisse und Forschungsergebnisse einzubringen, um auf eine anregende und aufschlussreiche Art und Weise die Wechselwirkungen von Wahrnehmen und Handeln, Wohnen und Bauen, Welt und Umwelt darzustellen, um so in die Praxis und auf deren Akteure zu wirken.

Ich empfinde es als ein großes Manko, dass das Wissen, welches in den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen erworben wurde, nur unzureichend und wenig gezielt für die Bedürfnisse der planenden und ausführenden Praxis aufbereitet ist. Der Wissenschaftsbetrieb schafft sich seine eigenen Darstellungsformen, die mitunter kaum geeignet sind, auch ein nicht fachliches Publikum zu amüsieren. Umgekehrt nimmt das wissenschaftliche Streben nach neuen Erkenntnissen oftmals wenig Rücksicht auf die Probleme der planenden und bauenden Berufe, die ja immer den nächsten Einzelfall lösen müssen. Dass die Theorie von der Praxis, aber ebenso die Praxis von der Theorie lernen kann, ist das Credo von "Ausdruck und Gebrauch". Dazu muss man miteinander sprechen und einander zuhören wollen. "Ausdruck und Gebrauch" bietet dafür eine Plattform.