Grundlagenforschung für eine linke Praxis in den Geisteswissenschaften

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Feature: 
Nein
Berlin
erscheint: 
halbjährlich

Die Grundlagenforschung will einen Beitrag leisten zu einem Begreifen der eigenen wissenschaftlichen Praxis als immer schon politisch, die gerade deshalb der Politisierung von links bedarf. Als Teil der gesellschaftlichen Organisation sozialer Beziehungen verstanden, erweist sich das besonders dort, wo sich die wissenschaftliche Praxis als unpolitisch und objektiv geriert. Der Anspruch auf Eigengesetzlichkeit und Autonomie, den die Geisteswissenschaften einfordern und durch ihre wissenschaftlichen Publikationsorgane implizit formulieren, kann dann in seinen weiteren Zusammenhang eingeordnet werden. Mit der Referenz auf und dem Umgang mit einem konkreten und zentralen Objekt der eigenen theoretischen Praxis, wie es in dieser Ausgabe mit der wissenschaftlichen Zeitschrift geschieht, wird auch die Abhängigkeit der Unabhängigkeit der Geisteswissenschaften befragbar, jene Einbindung der Wissenschaften in ein System generalisierter Ausbeutung, in welchem die prekäre Position von Wissenschaftler_innen noch immer eine äußerst privilegierte ist. Durch die Gleichzeitigkeit von Flüchtigkeit und Konstanz scheint die periodische Erscheinungsform der Zeitschrift im Unterschied zu anderen Modi akademischer Äußerung wie dem Vortrag oder der Monographie einerseits bereits etablierte Regeln der Wissenschaft zu reproduzieren, was diese stabilisiert. Andererseits ist sie in der Lage gerade durch ihre Reproduktion, die Regeln zu verschieben und umzuformulieren.