Midcomfort

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Feature: 
Nein
Komfort durch Programm, Gestalt und Stimmung
Zürich
erscheint: 
jährlich

Komfort wird definiert als “die Bequemlichkeit, die auf der Existenz von bestimmten Geräten, Gegenständen oder Einrichtungen beruht. Eine Einrichtung ist auf Grund ihrer Möglichkeiten und ihrer Ausstattung mit Gegenständen komfortabel, wenn sie dem Menschen Arbeit verringert und ihm Behaglichkeit bietet.” (nach Wikipedia).
Auf die Architektur bezogen können nicht nur Teile der Einrichtung (wie etwa ein Kühlschrank), sondern auch eine ganze Wohnung als ein Gerät verstanden werden, dass nicht nur die Arbeit verringert, sondern auch Behaglichkeit bietet. Dies führt uns weg von einer technischen Definition von ‚Komfort’; Behaglichkeit wird schliesslich nicht nur durch das Raumklima, sondern durch eine Vielzahl von Faktoren erzeugt. Diese Faktoren zu erfassen und zu beschreiben ist das Ziel dieser Arbeit.
Dabei sollen weder Wohnumgebungen in einem Luxussegment noch Räume im Bereich des Existenzminimums betrachtet werden. Vielmehr soll eine ‚mittelständische’, nachhaltige und finanziell tragbare Komforterzeugung durch Architektur untersucht werden. Spezielle Wohnformen wie Alterswohnungen oder Studentenheime werden ihrer eigenen Gesetze wegen ebenfalls nicht berücksichtigt.
‚Midcomfort’ meint aber nicht nur dieses soziologische ‚Mittelsegment’, sondern bezieht seinen Sinn auch aus der Überzeugung, dass Wohnkomfort irgendwo in der Mitte zwischen Alt und Neu, Luxus und Askese, tradierten Werten und Innovation entsteht. Untersucht werden Beispiele, die sich zwischen traditionellem Haus, ‚Machine à habiter’ und dem zum Computer gewordenen, hochinstallierten Haus bewegen.

Als Hilfsmittel der Analyse dient eine Unterteilung in Komfort durch Gestalt, durch Programm und durch Stimmung. Innerhalb dieser Kategorisierung werden Aspekte wie die Anordnung von Räumen, ihre Beziehungen untereinander und zum Aussenraum, ihr Verhalten in der Zeit, der Umgang mit der verfügbaren Fläche, aber auch Aspekte der Materialisierung, der Technik und des sozialen Milieus besprochen werden.