Das große Ziel: ein kleines Haus. Schöner Wohnen und das Eigenheim im Wirtschaftswunder
Keine Wohnform ist so populär, so zahlreich vertreten und gleichzeitig so heftig umstritten wie das Einfamilienhaus. Durch die Adenauer-Regierungen für konservative politische Ziele instrumentalisiert, war es ein zentraler Bestandteil städtebaulicher Planungskonzepte, die dem zunehmend technisierten Wohnen Raum boten und stereotype Genderrollen und heteronormativ-patriarchale Familienideale materialisierten. Zugleich wurde das Einfamilienhaus medial als idealer Lebensort inszeniert. Das große Ziel: ein kleines Haus untersucht die Hintergründe dieser Erfolgsgeschichte des Eigenheims anhand nahbarer und farbenprächtiger Homestories in der Zeitschrift Schöner Wohnen und liefert eine kritische Betrachtung des Einfamilienhaus-Booms in den bundesdeutschen Wirtschaftswunderjahren.
Jan Engelke studierte Architektur in Zürich und Weimar und promovierte an der TU München zum Eigenheim in der bundesdeutschen Nachkriegszeit und der Zeitschrift Schöner Wohnen. Er forscht zu Transformationspotentialen des Bestands und zu Planungsmethoden im Kontext der Klimakrise und ist Teil des Architekturkollektivs ANA.