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Bildausschnitt mit einer Gruppe als Familie inszenierten Dummys

SPOD #12: Design intersektional unter die Lupe nehmen. Gestaltung als Komplize von Diskriminierung und als widerständiges Werkzeug

Buchvorstellung und Gespräch mit Anna Unterstab, Vivien Tauchmann, Sandy Kaltenborn und Lisa-Marie Fechteler, moderiert von Kathrin Wildner (adocs Verlag)

Um die eigene Positionierung als Designerin zu verstehen und das eigene Verständnis von Design kritisch zu hinterfragen, ist eine intersektionale Perspektive unabdingbar. Kimberlé Crenshaws Konzept der Intersektionalität entstand an der Schnittstelle von „race/class/gender“, um die komplexen Diskriminierungserfahrungen Schwarzer Frauen in den USA sichtbar zu machen und einen Analyserahmen für Mehrfachdiskriminierung zu schaffen. Das Buch bietet einen Überblick darüber, wo und von wem Design und Intersektionalität bereits zusammen gedacht und praktiziert werden. Es stellt alternative Designpraxen, -techniken und -kollektive vor, wie Respectful Design von Dori Tunstall und Kolleg*innen und das Design Justice Network um Sasha Costanza-Chock, die Design als emanzipatorisches Werkzeug neu interpretieren. Die theoretische Kontextualisierung, begleitet von praxisbezogenen Interviews mit intersektionalen feministischen Designer*innen, untersucht die Potenziale des „designing otherwise“.
Das Gespräch wird den theoriebasierten Inhalt des Buches um praxisbezogene Perspektiven erweitern: Die vier Gestalter*innen tauschen sich über ihr unterschiedliches Verständnis von intersektional informierter Gestaltungspraxis aus und teilen Erfahrungswerte aus der Gestaltungs- und Lehrpraxis.

Anna Unterstab ist künstlerische Mitarbeiterin für Informationsdesign an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle (BURG). In ihrer selbstständigen Designpraxis in Hamburg entwirft sie Ausstellungsräume, Veranstaltungs- und Begegnungsformate und Drucksachen für den sozialen und kulturellen Bereich.

Vivien Tauchmann ist unabhängige Designerin, Bewegungskünstlerin und Pädagogin/Forscherin in Istanbul und Leipzig. Sie untersucht gesellschaftspolitische Beziehungen von Macht und Entfremdung durch verkörpernde und somatische Ansätze. In diesem Kontext arbeitet sie sowohl mit zivilgesellschaftlichen Initiativen als auch kulturellen Räumen zusammen.

Sandy Kaltenborn ist Kommunikationsdesigner in Berlin und betreibt das Design-Studio image-shift, welches in sozialen, kulturellen, künstlerischen, sowie politischen und urbanen Kontexten agiert. Außerdem ist er Mitbegründer der mieten- und stadtpolitischen Initiative Kotti & Co und unterrichtet aktuell als Gastprofessor an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle.

Lisa-Marie Fechteler ist selbstständige Grafikdesignerin, Dozentin und Sexualpädagogin in Hamburg. Sie unterrichtet seit 2022 ein Seminar für intersektionales (Grafik-)Design an der Münster School of Design und veröffentlichte mit Studierenden eine Website über diskriminierungssensible und inklusive Tools im Design.

Cover des Buches Spread